3. Liga Indoor Nordost 12.-13. April 2008

Kein Happy-End bei der DM

Etwas Skepsis war gleich zu Anfang angesagt, denn der Großteil des Teams wollte erst am Samstag um 6.00 Uhr nach Hamburg fahren. Mit Pelle und Fabs sollten bei mir zwei ausgewiesene Langschläfer mitfahren. Ob das gut geht? Und ob das geht. Pelle kam pünktlich zu mir und Fabs saß schon auf der gepackten Sporttasche. Für mich ein ganz neues Erlebnis. Sollten wir doch ein Morgenteam werden?
Auf dem Papier meinte es der Spielplan nicht gut mit uns. Gegen die drei Absteiger aus der B-Relegation mussten wir gleich am Samstag ran und als krönenden Abschluss des Tages, sollte es gegen die Fischbees gehen.
Der Teamgeist zeigte sich schon bei der Anfahrt. Beide am Samstag fahrenden Autos, verfuhren sich an der exakt gleichen Stelle und trafen sich dann auch noch um schließlich gemeinsam zu beraten, wie es weitergeht. Der Ausweg war schnell gefunden und wir kamen pünktlich in die Halle.
Nach vorbildlichen Warmmachspielchen gingen wir im ersten Spiel mit Messer zwischen den Zähnen gegen Marburg ins Spiel. Von Anfang an biss unsere Defense zu und unsere Offense konnte eigentlich einigermaßen ungestört zu Werke gehen. Schnell stand es 8:0 und der Rest war nur noch Routine (Zu dem Zeitpunkt hatten wir die noch. Dazu aber später mehr). Klarer Sieg mit 13:3. Sind wir jetzt so gut oder waren die anderen so schlecht?
Im nächsten Spiel bekamen wir mehr Klarheit. Die Leipziger hatten schon in ihrem ersten Spiel gezeigt, dass sie ein ganz anderes Kaliber sein werden. Doch wir starteten wieder furios. Unsere Defense hart am Mann und die Offense wurde sicher durchgehändelt. Doch mit dem Sieg vor Augen, wurden wir zusehends nervöser und leisteten uns einige Flüchtigkeitsfehler. Am Ende war Leipzig bis auf einen Punkt an uns dran. Doch zwei Supercatches von Tim, wo hat der bloß immer die Treppe her und kann so lange in der Luft stehen, und ein typischer „Schmidtchen-Schleicher“ von Eggi, brachten die Entscheidung. Zwei Siege ließen hoffen.
Gegen Rostock war unser und leider auch mein Schicksalsspiel. Gewohnt souverän fingen wir an. Ein paar Defensepunkte und eine sichere Offense brachten uns klar in Führung. Doch irgendwie kriegten wir den Gegner nicht in Griff und ein paar dumme Fehler, ja ich weiß, alle Fehler sind dumm, brachten uns aus dem Rhythmus . Punkt für Punkt kamen die Rostocker näher und wieder mussten die letzten Punkte entscheiden. Wo war die oben angesprochene Routine? Wir hatten dreimal Matchscheibe oder wie heißt das beim Ultimate und verloren trotzdem. Zweimal habe ich im entscheidenden Moment wirklich leichte Scheiben verworfen. Uns fehlt einfach die Routine eine sichere Führung nach Hause zu schaukeln, auch wenn wir mal nicht so gut spielen.
Das letzte Spiel gegen Hamburg stand noch ganz unter dem Eindruck der zuvor erlittenen und als ungerecht empfundenen Niederlage. Wir ergaben uns so gut wie wehrlos und verloren deutlich.
Doch es war noch alles drin. Wenn wir gegen Berlin und Dresden gewinnen sind wir sogar im Endspiel. Wieder zeigte sich, weil alle brav und nüchtern zeitig ins Bett gegangen waren, dass wir ein richtiges Morgenteam geworden sind. Wir fegten Berlin geradezu aus der Halle. Sowohl in der Offense als auch in der Defense waren wir klar überlegen.
Nun ging es im letzten Spiel gegen Dresden um Platz 2 oder 4 oder5. Wir waren richtig motiviert, bereit alles zu geben und um jeden Zentimeter auf den Platz zu kämpfen. Doch dann passierte Nichts. Fast ohne Gegenwehr ergaben wir uns unserem Schicksal. Wir verloren deutlich und hatten somit die Quali zur Reli zur B-Liga verpasst.
Obwohl wir uns einig waren, dass wir toll auf dem Turnier gespielt hatten, uns super verstanden und uns immer gegenseitig motiviert haben, überwog ein wenig der Frust. Wir haben das Zeug für die zweite Liga und in meinen Augen waren wir auch auf eines der drei besten Teams. Auffällig ist, dass wir gegen die Teams schlecht ausgesehen haben, die gegen uns mit einer gemischten Mann-Raumdeckung gespielt haben und damit das Tempo aus dem Spiel genommen haben. Da werden wir uns was einfallen lassen müssen. Ich persönlich hoffe, dass wir jetzt auch draußen die DM spielen und im nächsten Jahr Indoor noch einmal angreifen.
So long
Holger