Relegation 3. Liga Bad Rappenau 16.-17. Februar 2008

Moinsen Mudder,

hier nun also der Turnierbericht von der Relegation für die Deutsche Meisterschaft (3. Liga) in Bad Rappenau.

Ich bin gerade noch ein klein wenig fertig vom Turnier und muss mich ein wenig überwinden um mich noch einmal in die Geschehnisse hineinzuversetzen. Hier also nun der Versuch:

Am Freitag ging es los in das ca. 600 km entfernte Bad Rappenau. Ein kleiner Irrweg in den Köpfen der DFV-Koordinatoren hatte uns die schöne Fahrt in diese Weltstadt erst ermöglicht. Wir alle wissen von der Geschichte….

Es gab eine klar ausgesprochene Zielsetzung für dieses Wochenende. Nach der letztjährigen Deutschen Meisterschaft war allen klar, dass unser Niveau das der vierten Liga deutlich übersteigt (denke das kann man ruhig so sagen). Die Frage war nun, ob man wieder ein Jahr in der vierten Liga vergammeln müsste oder endlich mal den ersehnten Klassensprung realisieren könnte; doch lest selbst…

Gegen ca. 14:30 findet sich das Team am Sportturm der Universität Bremen ein. Wie gewohnt geht es nicht ganz so zügig voran (Pelles Kaffeemaschine bedarf einer genauen Überprüfung). Um 16:00 schaffen wir es dann auf die Autobahn gen Münster um den Alex abzuholen. Nach einer kurzen Dönerpause geht es dann weiter nach Bad Rappenau. Wir kommen um ca. 22:00 in dem Nest an und amüsieren uns über den Dialekt. Die Schlafhalle ist komfortabel, nur in der Nacht zieht es ein wenig. Man glaubt es kaum: Kurz vor dem Schlafen holt ein jeder seine Lektüre raus und vertieft sich ein wenig in die Welt der geschriebenen Worte. Früher war es das alkoholische Delirium, heute sind es die Schriftsteller unserer Zeit.

Im ersten Spiel geht es gegen den vermeidlich stärksten Gegner der Gruppe. Ars Ludendi aus Darmstadt sind uns durch vorangegangene Begegnungen hinlänglich bekannt. Schnell liegen wir mit 0:3 hinten, doch es gelingt uns eine Serie zu starten und wir gehen in Führung. Die Halbzeit geht an uns. Darmstadt versucht uns mit einer Zonenverteidigung zu packen, belässt es aber bei dem einen Versuch. Es gelingt Ihnen aber trotzdem uns unter Druck zu setzen und kurz vor Schluss geht die Führung an Darmstadt. Wir gleichen aus zum 10:10 und haben die letzte Offense. Gekonnt bringen wir den Spielzug durch und das Spiel geht an uns.

Im zweiten Spiel geht es gegen das zweite Team aus Massenbach; gespickt mit einigen Juniornationalspielern aus dem Europameisterschafsteam. Schnell gehen wir in Führung. Wir zeigen eine konsequente Offense und eine körperbetonte Defense. Das Spiel geht mit 13:3 an Deine Mudder. Durch das Endergebnis lässt sich ein einseitiges Spiel vermuten, wobei anzumerken ist, dass die Kids in den folgenden Spielen noch ziemlich abgehen und gegen uns nicht ihre beste Leistung zeigen konnten.

Das dritte Spiel geht gegen den Ausrichter Bad Raps 2. Wir machen zwar den ersten Punkt, doch irgendwie ist ein wenig Sand im Getriebe. Würde nicht sagen, dass wir schlecht gespielt haben, doch der Gegner ist vermeintlich besser. In so manchen Passagen des Spiels lassen sie uns echt alt aussehen. Wir halten lange mit und kurz vor dem Ende steht es noch 6:8; doch wir brechen ein und verlieren das Spiel mit 8:13.

Letztes Spiel geht gegen das zweite Team aus Mainz. Wir hatten uns die Jungs schon vorher angesehen und den Sieg fest einkalkuliert. Leider machen wir uns das Leben mal wieder selber schwer. Die Mainzer sehen ihre einzige Chance gegen uns in langen Würfen und wir verteidigen die Hugs schlecht. Das eine und andere Teil findet seinen Abnehmer in der Endzone. Obwohl wir das Spiel die ganze Zeit gefühlt dominieren, hält der Gegner das Match offen; Endstand 10:8

Nach dem ersten Spieltag lautet die Konstellation unserer Gruppe wie folgt: 1. Bad Raps, 2. DMB, 3. Ars Ludendi… Am nächsten Tag spielen wir gegen die jeweils ersten drei Platzierten der Nachbargruppe. Vorher soltenl wir aber noch ein blaues Wunder erleben. Die Schlacht wird verlegt von der Halle in die Schnitzelhütte. Die Speisekarte liest sich einfach: Schnitzel mit Spätzle oder Pommes; bei den Saucen leichte Variation. Als wir uns gerade setzen wollen läuft die Kellnerin mit einem Riesenteller an uns vorbei. Auf der Porzellanplatte liegt ein Mortzschschnitzel, versteckt unter einem Berg Fritten. Von Einheimischen wurde uns empfohlen das kleine Schnitzel zu wählen; von wegen… wir wollen das große Teil da. Alles andere ist doch Kinderkram. Nils geht für eine kurze Zeit Wasserlassen im Erdgeschoss. Plötzlich hört er ein Gegröhl von oben. Auf der Treppe trifft er auf ein paar Gäste, die gerade das Restaurant verlassen wollen; sie sehen ziemlich fertig aus. Gleich weiß Nils warum. Als er wieder den Tisch erreicht, scheint dieser verschwunden. Wo ist die Tischplatte geblieben?!? Man sieht nur noch Schnitzel, Schnitzel und noch mehr Schnitzel. Wir haben uns geschnitten. Die riesige Fleischplatte von vorhin war nur die kleine Portion. Man kann es sich einfach nicht vorstellen wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Zum Glück gibt es Beweisfotos von den Fleischbergen.
Zu Anfang gleitet das Messer noch zügig voran. Nach 10-15 Minuten werden die Bewegungen langsamer und beschwerlicher doch die Schnitzel wollen nicht weichen. Einzig Hammer scheint sich durchzusetzen… wir wollen gerade ein Loblied auf ihn anstimmen, da pirscht sich der Tim voran; gleich hat auch er es geschafft. Doch Hammer überlegt nicht lange. Ein geschicktes Manöver lässt ihn die Ziellinie überqueren. Gekonnt lässt er das Messer durch das letzte Stück Fleisch gleiten und versenkt es stöhnend per Doppeldeckerschichtung in seinem Schlund. Auch Tim schafft es sein Schnitzel zu finishen und zieht gleich. Beide gehören nun zu den 5% an Gästen, die dieses Wunder vollbracht haben. Mit dicken Bäuchen geht es dann in die Falle.

Im ersten Spiel des zweiten Tages geht es morgens gegen das zweite Team aus Aachen. Es erwartet uns ein hartes und definitiv unser bestes Spiel. Durch gekonnt ruhige Offense und schon ein wenig besser funktionierende D gestalten wir die ersten Punkte souverän. Eine kurze Schwächephase wird von den Aachenern brutal bestraft. Sie gehen mit 7: 5 in Führung. Wir lassen uns aber nicht hängen und gleichen aus, gehen in Führung, Aachen gleicht wieder aus. Es entwickelt sich ein offener Schlagabtausch. Kurz vor Ende steht es 8:8. Letzter punkt entscheidet und wir haben die Scheibe. Tim legt einen Rückhandschweber über zwei Aachener. Die Scheibe geht nach ein paar weiteren Pässen zu Alex, der das Teil eiskalt mit einem Knife in die Endzone feuert. Tim heißt der Abnehmer und wir lösen die erste Hälfte des Tickets zur Deutschen Meisterschaft.

Im zweiten Spiel dann Rotenburg. Wir beherrschen das Spiel und führen lange mit vier Punkten. Eine kurze Schwächephase erlaubt es den Skywalkers auf ein 6:8 zu verkürzen. Wir reißen uns zusammen und lösen die zweite Hälfte des Tickets. Das Spiel endet mit 11:7. Wir haben es geschafft. Nie mehr vierte Liga, niemeeeehr, niemehr, vierte Liga niemeeehr…..

Beim letzten Spiel kann man von Glück reden, dass wir schon sicher qualifiziert sind. Frankfurt spielt einfach besser und wir sind geistig nicht mehr soooo richtig auf dem Platz. Das spielt geht 11:6 an die Hesse.

Die Rückfahrt wird zügig in Angriff genommen und um ca. 22:00 erreichen wir Bremen.

Fazit

-wenn jemand sagt nehmt ein kleines Schnitzel dann nehmt ein kleines Schnitzel
-man braucht sehr lange bis sich so ein riesen Teil wieder aus dem Körper verabschiedet; bin immer noch am verdauen
-keine Zigaretten, kein Alkohol und kein Sex lassen einen mit 42 noch ganz schön geil aussehen
-auch mit einer angeknacksten Ferse geht noch so einiges
-Luftmatratzen sind immer so laut wie der Lieger schwer ist Kiss

Wir können mit dem Wochenende echt zufrieden sein, denn wir haben wieder mal einen Meilenstein gesetzt. So kann es weiter gehen. Zu Bemerken ist, dass wir noch ne Menge Luft nach oben haben, insbesondere in der Verteidigung. Da muss eindeutig mehr gehen. In der Konstellation ging es eigentlich gut und es ist an den Ergänzungsspielern für die Deutsche Meisterschaft sich in dieses Team nahtlos einzufügen.
Ein gutes Team machen nicht nur gute Spiele aus. Es ist entscheidend ein Match auch trotz nicht so guter Phasen für sich zu entscheiden. Das haben wir gemacht und daher sollte dies auch das Fazit der C-Relegation sein.

Mit dabei waren die Müdder Tim, Nils, Hammer, Eggi, Alex, Lars, Fabs und Pelle

I bet you look good on the dancefloor,

n.